Schnelle Markteinführung durch das hauseigene Engineering-Team von Bolt

Kürzlich hatten wir die Gelegenheit, Tyler Mincey, den Vizepräsidenten für Engineering bei Bolt, einem Unternehmen für Hard- und Software-Beschleunigung mit Büros in San Francisco und Boston, kennenzulernen. In diesem Interview sprechen wir mit Mincey über seine Leidenschaft für die Entwicklung und die unglaubliche Arbeit, die Bolt leistet. Ihr einzigartiges Modell zur Bereitstellung von Risikokapital zusammen mit einem internen Entwicklungsteam trägt zu einem immer weiter wachsenden Portfolio bei. Bolt ist Teil des Startup-Programms Launch Pad von Altium, mit dem Altium-Designer-Lizenzen für Technologiebeschleuniger und innovative junge Hardware-Startups auf der ganzen Welt bereitgestellt werden können.

Judy Warner: Erzählen Sie uns bitte von Ihrem beruflichen Hintergrund und geben Sie uns einen Überblick über Bolt.

Tyler Mincey: Ich habe funktionsübergreifende Entwicklungs- und Designteams geleitet, die in großen und kleinen Unternehmen vernetzte Produkte geschaffen haben. Ich war bei der Entwicklung neuer iPod-Produkte als Teamleiter bei Apple tätig und im Kernteam der ersten iPhone-Generation. Danach war ich Partner bei Fictive Kin, einem digitalen Produktstudio, das sich auf Design und Entwicklung von Web- und Mobile-Apps spezialisiert hat. Kurz vor Bolt gehörte ich zum Gründerteam und war Vizepräsident für Produkte bei Pearl Automation, einem Startup, das Fahrerassistenztechnologie für den Automobil-Aftermarkt entwickelt.

Bolt ist eine Risikokapitalgesellschaft, die an der Schnittstelle von Software und physischen Produkten investiert. Zusätzlich zur Finanzierung erweitern wir unser Portfolio durch ein Team von Entwicklern und Designern, die bei Produktentwicklung und Fertigung helfen.

Ich leite das Team von Bolt, das für Industriedesign, mechanische und Elektrotechnik sowie Firmware-Entwicklung zuständig ist.

Warner: Warum hält Bolt es für wichtig, ein eigenes Entwicklerteam zu unterhalten - das scheint ein beispielloses Modell zu sein?

Mincey: Wenn Start-ups in einem sehr frühen Stadium sind, können sie sich kein funktionsübergreifendes Team, das die gesamte notwendige Produktentwicklungsarbeit erledigt, in Vollzeit leisten und haben nur wenig Zeit für den Aufbau einer strategischen Lieferkette. Wir bieten Zugang zu einem erfahrenen Engineering-Team, einer hochmodernen Prototypen-Werkstatt und einer internen Wissensdatenbank für optimale Vorgehensweisen und geprüfte Anbieter, um bei der Behebung häufiger Probleme mit unserem gesamten Portfolio zu helfen.

Warner: Für welche Technologiefirmen arbeitet Bolt und wie wählen Sie die für Sie richtigen aus?

Mincey: Wir investieren in Unternehmen im Konzeptstadium, die technologische Lösungen einsetzen, um Probleme auf großen Märkten zu lösen. Die für uns wichtigsten Faktoren sind die Höhe der Marktchancen, die Fähigkeiten der Gründer und ein neuartiger Ansatz bei der Problemlösung.

Warner: Was sind die typischen Fehler von Startups und welchen Rat würden Sie basierend auf Ihrer Erfahrung geben?

Mincey: Das ist eine Antwort wie aus dem Lehrbuch, aber man kann es gar nicht oft genug sagen. Ein großes Problem besteht darin, dass zu viel Zeit, Geld und Mühe investiert werden, um ein Produkt zu entwickeln, für das es nicht genug Abnehmer gibt. Wir empfehlen den Unternehmen, es so schnell wie möglich mit zahlenden Kunden zu testen, selbst wenn es sich um einen Prototyp handelt, der nicht anpassbar ist, um seinen Wert zu prüfen, bevor das Produkt dann angepasst wird.

Warner: Sie haben eine einzigartige Mischung aus beruflichen Erfahrungen im Maschinenbau, Elektroingenieurwesen und der Softwareentwicklung gesammelt - bei großen und kleinen Unternehmen. Was hat Sie dazu inspiriert, für ein Unternehmen wie Bolt zu arbeiten, und was motiviert Sie an Ihrer Arbeit nach wie vor?

Mincey: Alles beginnt mit den Menschen. Bolt hat ein wunderbar talentiertes Team, das mit tollen Unternehmern zusammenarbeitet, die wichtige Probleme in vielen Branchen lösen.

Warner: Welche Hindernisse gibt es für Startup-Unternehmen beim PCB-Design und wie hilft Bolt seinen Unternehmen, diese zu überwinden?

Mincey: Wir helfen Unternehmen oft bei der Entscheidung, wie sie Risiken bei der vollständigen Optimierung ihrer Systemarchitektur im Vergleich zu Standardmodulen oder einfacheren PCB-Technologien abmindern können. Bei Produkten der ersten Generation liegt die Priorität auf einer möglichst schnellen Bereitstellung nahtloser Funktionen und nicht unbedingt auf dem Optimieren von Kosten, Formfaktoren oder Leistung.

Warner: Aufgrund des aktuellen Bauteilmangels und der Zuteilung von Bauteilen scheinen die derzeitigen Lieferkettenbedingungen für Startups eher ungünstig zu sein. Wie gehen Sie damit um?

Mincey: Da profitieren wir von der Expertise unserer über 65 Portfolio-Unternehmen, aber es bleibt trotzdem eine große Herausforderung. Wenn Sie die Zeitpläne für Software-Unternehmen anpassen, haben Sie mehr Zeit, im Voraus zu planen.

Warner: Es scheint aktuell einen ziemlichen Anstieg bei der Anzahl an Hardware-Startups zu geben. Welche Anwendungen und Dynamiken stehen Ihrer Meinung nach dahinter (sprich Internet der Dinge)?

Mincey: Wir profitieren da von den Hunderten Milliarden Dollar, die im letzten Jahrzehnt in die Entwicklung von Kerntechnologien auf dem Markt für mobile Geräte gesteckt wurden. Die Kernkomponenten der Hardware sind billiger, kleiner, leistungsstärker und haben einen geringeren Stromverbrauch als je zuvor. Softwarewerkzeuge erfreuen sich intelligenter Communities, so dass Unternehmen Produkte mit kleinen Teams schaffen können, die in der Vergangenheit nicht möglich gewesen wären.

Es ist jedoch trotzdem noch sehr schwierig, als Startup ein Hardwareprodukt auf den Markt zu bringen. Wir lösen gern schwierige Probleme, die uns liegen.

Warner: Welche Technologie-Wachstumsmärkte sind für Bolt in den nächsten fünf bis zehn Jahren interessant?

Mincey: Wir freuen uns über den anhaltenden Erfolg von einheimischen digitalen vertikalen Marken und über die Werkzeuge für die Produktdefinition und den Aufbau von Kundenbeziehungen, die für alle Branchen und Produkte für Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen einsetzbar sind.

Wir begeistern uns für Unternehmen mit innovativen Geschäftsmodellen, die durch physische Güter wiederkehrende Einnahmen mit hoher Marge erzielen. So können Unternehmen kleinere Marktsegmente intensiver ansprechen, in eine umweltbewusste und ethische Produktion investieren und vertretbare Kerntechnologie entwickeln.

Wir freuen uns über das neue Ökosystem von Luftfahrtunternehmen, welche die Infrastruktur und Anwendungen für die nächste Generation von Weltraumvisionären entwickeln, z. B. unser Portfolio-Unternehmen Orbit Fab.

Warner: Vielen Dank, Tyler, dass Sie Ihre Expertise zu Startups mit uns geteilt und über die spannende Arbeit von Bolt erzählt haben.

Mincey: Es war mir ein Vergnügen und ich danke Ihnen für die Gelegenheit, unsere Geschichte und Vision mit Ihnen zu teilen.

Hier geht es zum Blog von Bolt.

Über den Autor

Judy Warner


Judy Warner has held a unique variety of roles in the electronics industry since 1984. She has a deep background in PCB Manufacturing, RF and Microwave PCBs and Contract Manufacturing with a focus on Mil/Aero applications in technical sales and marketing.

She has been a writer, contributor and journalist for several industry publications such as Microwave Journal, The PCB Magazine, The PCB Design Magazine, PDCF&A and IEEE Microwave Magazine and is an active member of multiple IPC Designers Council chapters.

In March 2017, Warner became the Director of Community Engagement for Altium and immediately launched Altium’s OnTrack Newsletter.
She led the launch of AltiumLive: Annual PCB Design Summit, a new and annual Altium User Conference.

Judy's passion is to provide resources, support and to advocate for PCB Designers around the world.

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