Susy Webb zu den Themen selbstbestimmtes Lernen, Erfolg und PCB-Design-Konferenzen

September 20, 2017 Judy Warner

熟練PCB設計者Susy Webbからのアドバイス

 

Judy Warner: Susy, könnten Sie uns bitte erzähl wo Sie arbeiten und welche Art von PCBs Sie entwerfen?

Susy Webb: I arbeite für die Firma Fairfield Nodal in Houston, die Ölexplorations- und Überwachungstechnik für Anwendungen an Land und auf See fertigt. Unsere Geräte werden in einem Gebiet verteilt und erfassen Energiewellen, die in die Erde gesendet werden und zurückkommen. Diese Energiewellen werden anschließend ausgewertet und liefern uns Anhaltspunkte dafür, wo sich Ölvorkommen im Boden befinden könnten.

 

Judy Warner: Wie lange entwerfen Sie schon Leiterplatten und welche anderen Arten von Produkten haben Sie schon entwickelt?

 

Webb: Ich entwerfe seit über 35 Jahren PCBs. Ich habe bei Serviceunternehmen und Firmen gearbeitet, die Speichersysteme, Motherboards für Computer und Industrierechner entwickeln, und jetzt schon zum zweiten Mal für Ölexplorationsunternehmen. Ich habe mich immer wieder neuen Herausforderungen gestellt und wuchs daran, weil ich Spaß an den Aufgaben und den damit verbundenen Lernerfahrungen hatte. Ich glaube, alle, die es sich vorgenommen haben, lebenslang zu lernen und in dieser Branche groß zu werden, dürften erstklassige Designer werden. Sie müssen natürlich eigenverantwortlich lernen und dürfen nicht darauf warten, dass Ihr Chef oder Ihre Firma Ihnen ein Konferenzticket oder einen Fachartikel in die Hand drückt. Ich habe viel auf Konferenzen gelernt und mir so eine Grundlage erworben. Ich ging zu allen Kursen, die ich mir leisten konnte. Ich habe einen Abschluss, aber nicht in Ingenieurwissenschaften – ich konnte mich also entweder selbst weiterbilden, indem ich Kurse und Konferenzen besuche, oder Elektrotechnik studieren. Und ich war mir nicht wirklich sicher, ob ich aus einem Universitätsstudium das nötige Praxiswissen würde ziehen können. Deshalb betrachte ich meine Konferenzen als gleichwertige Investition in meine Bildung.

 

Warner: Warum haben die Leute Ihrer Meinung nach solche Hemmungen, zu reisen oder sogar eigenes Geld auszugeben?

 

Webb: Vielleicht haben sie nicht so viel Geld oder einfach keine Perspektive, aus der sie erkennen könnten, wie wichtig das für ihre Qualifikationen oder ihre Karriere ist. Häufig bleibt man in einer bestimmten Unternehmenskultur, behält die Methoden dieses Unternehmens bei und geht mit der Zeit davon aus, dass man bereits alles Notwendige gelernt hat. Das ist in Ordnung, wenn man bei diesem Unternehmen bleiben möchte. Aber was ist, wenn Ihnen gekündigt wird oder Sie woanders hingehen möchten? Ich denke, Designer müssen bezüglich ihrer Karriere proaktiv denken – dazu zählt auch der Erwerb von Büchern und die Nutzung jeder Lernmöglichkeit.

 

 

Fairfield Nodal Ölexplorationstechnik

 

 

Warner: Wie sind Sie eigentlich letztendlich Elektronikentwicklerin geworden?

 

Webb: Durch viele Kurse, Networking, Bücher und großartige Mentoren. Ich habe zahlreiche Bücher und Artikel gekauft und beim Lesen wichtige Dinge angestrichen. Autoren wie Bruce Archambault, Lee Ritchey, Todd Hubing, Henry Ott, Hall, Hall, und McCall sowie Howard Johnson. Manche Bücher habe ich mehrmals gelesen, weil ich glaubte, sie beim ersten Mal noch nicht vollständig verstanden zu haben. Aber man kann nicht nur aus Büchern lernen: Man braucht Mentoren, die Dinge erklären und Praxisfragen beantworten können. Ich hatte das Glück, durch meine Teilnahme an Konferenzen wie der PCB West und der APEX von der IPC auf Menschen wie Gary Ferrari und Rick Hartley zu treffen. Dort konnte ich ihnen zum Beispiel ganz spezielle Fragen zu DFM oder Signalintegrität stellen. Wir konnten uns persönlich austauschen und die Dinge detailliert besprechen. Außerdem habe ich mich engagiert: Momentan bin ich im Vorstand des IPC Designers Council. Außerdem bin ich Komitees beigetreten, die Designer-Zertifikate und andere Normen entwickelt haben. Die IPC ist eine internationale Organisation, der Menschen aus aller Welt beitreten und sich dort engagieren können. Ich kann den Wert des Engagements gar nicht genug betonen. Ich kam 1998 zum Vorstand des IPC Designers Council und war davor im Ortsverband Houston DC aktiv. Leider ist Houston DC momentan nicht aktiv. Wir brauchen neue Leute, die sich ein Herz fassen und mitmachen. Wenn immer dieselben Leute seit Ewigkeiten ehrenamtliche Arbeit leisten, braucht es irgendwann frisches Blut. Ich glaube, es herrscht eine gewisse Skepsis, weil man befürchtet, sich zu viel Arbeit einzuhandeln. Das kann ich verstehen, allerdings lässt sich ein Ortsverband mit minimalem Zeitaufwand führen, wenn nur ein paar Menschen sich die Arbeit teilen.

 

Warner: Was hat Sie zum PCB-Design gebracht? Sie waren ja schließlich keine Ingenieursstudentin.

 

Webb: Ich hatte einen Abschluss in Kunst und war sehr fingerfertig! (Damals musste man nicht wirklich viel über Elektronik wissen.) Ich fing in der Werbegrafik an, aber nach meinem ersten Kind und den damals üblichen nur sechs Wochen Mutterschaftsurlaub war ich mir nicht sicher, ob ich nochmal Vollzeit arbeiten wollte. Aber ich wollte immer noch Geld verdienen. Eine Freundin arbeitete als PCB-Designerin von zu Hause aus. Sie brauchte Hilfe und bot mir an, mich im Leiterplatten-Design auszubilden. Ich lernte von ihr und war zwei Jahre bei ihr angestellt, bevor ich mich selbstständig machte und mein eigenes Design-Büro eröffnete. Ich hatte ein freies Zimmer, in das zwei riesige Leuchttische passten, und arbeitete weitere 12 Jahre von zu Hause aus. Zu dieser Zeit entwarf man PCBs noch von Hand und erst langsam erfolgte der Wechsel zum computergestützten Design (CAD). Einer meiner Kunden bot mir an, mir einen Computer und die Software dafür zu kaufen, wenn ich dafür die Leiterplatten für seine Firma entwickelte. Das war Ende der Achtziger-Jahre und ich arbeitete mit P-Cad. Ich arbeitete sehr lange und oft Tag und Nacht, um die Fristen einzuhalten.

 

Warner: Worin liegen Ihrer Meinung nach heute die größten Hindernisse für Designer?

 

Webb: Ich denke, manchmal lässt sich nur schwer herausfinden, welche Informationen korrekt sind. Es gibt viele sich widersprechende Quellen wie Datenblätter, Design-Standards, Ingenieure, Bücher und Artikel, und alle machen oftmals unterschiedliche Angaben. In so einem Fall verlasse ich mich auf ein Buch oder einen Kurs von einer Quelle, der ich vertraue, und berate mich natürlich mit dem Entwickler. Oft muss man sämtliche Informationen analysieren und das anwenden, was für die persönliche Situation am richtigsten erscheint. Beim anschließenden Test der Leiterplatte können die Ergebnisse geprüft werden.

 

Warner: Welchen Rat geben Sie neuen Elektronikentwicklern?

 

Webb: Ich würde ihnen raten, alles zu lernen und sich anzueignen, was sie können. Lesen Sie Bücher, besuchen Sie alle möglichen Kurse und scheuen Sie sich nicht, während der Kurse Fragen zu stellen. (Sie sind garantiert NICHT die einzige Person, die etwas nicht ganz verstanden hat!) Sogar Elektroingenieure lernen an der Uni nicht, wie sich ein Signal innerhalb eines PCB verhält. Außerdem sollten Sie versuchen, sich ein oder mehrere Mentoren zu suchen. Es gibt viele Entwickler, die kurz vor dem Ruhestand stehen und ihr gesammeltes Wissen gern weitergeben möchten. Die Kursleiter werden Ihnen sicher auch gern helfen und Ihnen manchmal die richtige Richtung weisen. Falls möglich, sollten Referenten in Ihre Firma kommen und Vorträge für die gesamte Abteilung zur selben Zeit halten. Ich habe das sowohl auf der Geben‑ als auch auf der Nehmen-Seite erlebt und es ist einfach großartig, weil auf diese Weise meist alle auf denselben Stand kommen. Und natürlich sollten Sie sich vernetzen!

 

 

Susy Webb, leitende PCB-Designerin bei Fairfield Nodal

 

 

Es gibt Online-Gruppen der IPC, Software-Tools, Herstellerforen und vieles mehr. Hilfe ist praktisch an jeder Ecke verfügbar. Ebenso wichtig ist es, sich in Gruppen in Ihrer Region oder landesweit zu engagieren. So können Sie mitbestimmen, welche Informationen veröffentlicht werden. Nichts davon ist leicht, aber die Vorteile sind von unschätzbarem Wert: Insbesondere hinsichtlich der Jobs, für die Sie dann qualifiziert sind. Auf einmal rechnet sich dann die ganze harte Arbeit und das Wissen. Alle Stellen, die ich in dieser Branche je bekommen habe, habe ich durch Networking bekommen!

 

Warner: Was machen Sie eigentlich in Ihrer Freizeit, wenn Sie gerade nicht an einem Leiterplatten-Design arbeiten?

 

Webb: Ich verbringe viel Zeit damit, Präsentationen und Kurse zu entwickeln. Das macht mir eine Menge Spaß und hilft mir dabei, durch meine Recherche gleichzeitig noch dazuzulernen. Außerdem bin ich so schon zu einigen Unternehmen und Konferenzen in den USA, Kanada, Mexiko und Australien gekommen.

Ich liebe es, zu reisen. Ich habe eine Liste mit Menschen, Orten und Dingen, die ich sehen möchte, und die arbeite ich ab.

Ich betreibe Ahnenforschung, was auch irgendwie mit Reisen zu tun hat.

Außerdem lese ich gern, gehe auf Konzerte und besuche natürlich Freunde und meine Familie.

 

Warner: Susy, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen und uns von Ihrem Werdegang und Ihren Erkenntnissen erzählt und uns Ihre Ratschläge weitergegeben haben.

 

Webb: Es war mir eine Freude, Judy! Ich freue mich immer, wenn ich anderen Entwicklern helfen kann!

 

 

About the Author

Judy Warner

Judy Warner has held a unique variety of roles in the electronics industry since 1984. She has a deep background in PCB Manufacturing, RF and Microwave PCBs and Contract Manufacturing with a focus on Mil/Aero applications in technical sales and marketing. She has been a blogger, writer, contributor and journalist for several industry publications such as Microwave Journal, The PCB Magazine, The PCB Design Magazine, PDCF&A and IEEE Microwave Magazine and is an active member of multiple IPC Designers Council chapters. In March 2017, Warner became the Director of Community Engagement for Altium and was immediately tasked with the launch of Altium’s monthly On Track Newsletter. She was also instrumental in launching AltiumLive 2017: Annual PCB Design Summit in San Diego and Munich, a newly founded annual Altium User Conference. Her passion is providing resources, supporting and advocating for PCB Designers around the world and acting as brand ambassador for Altium.

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