Hyperloop zeigt, wie Crowdsourcing die Community in das PCB-Design und die Prototypenentwicklung einbindet

September 21, 2017 CircuitStudio

 

Im Januar 2017 versammelten sich 27 studentische Designteams in einer südkalifornischen Wüste zum Hyperloops Design-Wettbewerb. Hierbei testete jedes Team auf einer Strecke von einer Meile seinen funktionstüchtigen Prototypen eines Hyperloop-Fahrzeugs.  Natürlich gab es auch einen  Preis zu gewinnen, aber die meisten  Teams waren schon glücklich über die Gelegenheit, mitzumachen.

Hyperloop unterscheidet sich von vergleichbaren Projekten durch seine Methodik: Die Arbeit dieser Teams ist das Projekt. Unter dem Begriff “Crowdsourcing” ist diese Strategie gerade dabei, die Welt des Designs und der Entwicklung zu verändern. Projekte profitieren davon durch die Eröffnung neuer Perspektiven, Fähigkeiten und Erfahrungen von Designern aus aller Welt.

 

Banner mit Aufschrift „Crowdsourcing“

Crowdsourcing bringt Ihrem Projekt mehr Design-Talente

 

Crowdsourcing für Ihr PCB-Design zu nutzen hat einige entscheidende Vorteile. Erstens findet Ihr Projekt ein Publikum bei Designern mit unterschiedlichen Hintergründen. Außenstehende haben einen völlig anderen Blick auf Ihre Designprobleme und können frische Ideen und Lösungsansätze zu Ihrem Projekt beitragen. Zweitens können alle Designprojekte und -aufgaben, für die Ihre Mitarbeiter nicht gerüstet sind, mit Leichtigkeit ausgelagert werden. Sie haben keinen Experten für mehrlagige Leiterplatten mit hoher Bestückungsdichte? Online wird sich jemand finden. Kurzum: Crowdsourcing zeigt Ihr PCB-Projekt einem Marktplatz der Talente und lässt Sie dieses Angebot nutzen.

Produktion per Crowdsourcing: Eine neue Möglichkeit, Betriebskosten zu senken

 

Nicht nur beim Design sorgt Crowdsourcing für Veränderungen. Die Produktion profitiert ebenfalls, besonders bei Start-Ups und kleineren Unternehmen. Selbst simple PCBs aus konventionellen Materialien verursachen beim Übergang in die Produktion hohe Kosten. Das gilt besonders für Leiterplatten mit geringer Stückzahl oder mit hoher Spezialisierung, wo Wirtschaftlichkeit durch Massenproduktion nicht gegeben ist. Wie bei Designprojekten hat auch hier das Crowdsourcing die Lösung gebracht. Plattformen wie OSH Park haben ein neues Konzept unter dem Namen „Community Production“ entwickelt.

 

Bei „Community Production“ kombinieren Nutzer Ihre PCB-Designs auf einer einzigen Produktions-Leiterplatte. Mehrere Designs zugleich herzustellen, reduziert die Betriebs- und Fixkosten der einzelnen Designer. Durch diese Methoden können Start-Ups und sogar studentische Projekte Ihre PCBs herstellen lassen. Behalten Sie dies im Auge, es könnte nämlich demnächst mehr „Hipster“-PCBs auf dem Markt geben. 

 

Männer rennen mit Laptops

 In Design-Wettbewerben stellen sich talentierte PCB-Designer einem Entwicklungsrennen.

 

Crowdsourcing schreibt Arbeitsabläufe neu, aber wo ist die Grenze?

 

Die Menschen werden immer mehr vernetzt, und Hyperloop wird nicht der einzige große Name sein, der vom Crowdsourcing profitiert. Große Hersteller wie Peterbilt setzen bei der Entwicklung neuer Produkte ebenfalls schon auf das Crowdsourcing. Mit demselben Wettbewerbs-Format rief Peterbilt sein „RIG2“-Designrennen ins Leben, bei dem eine neue Generation von Sattelschleppern entstehen soll. Allerdings stellen sich beim Crowdsourcing in dieser Größenordnung einige Fragen: Ist es ethisch vertretbar, Crowdsourcing anstelle eines eigenen Produktionsteams einzusetzen? Oder: ist Crowdsourcing nach wie vor eine Möglichkeit, neue Perspektiven auf allen Entwicklungsstufen einzubringen? Bedenken Sie, dass bei den meisten Design-Wettbewerben die Teilnehmer jegliche Eigentümer- und Urheberrechte abtreten müssen. Lohnt sich die Teilnahme, wenn weder Lebenslauf noch Geldbeutel davon profitieren? Wenn das Crowdsourcing sich weiter verbreitet, müssen klare Antworten auf diese Fragen gefunden werden. Es gibt Diskussionen über die rechtlichen und ethischen Risiken des Crowdsourcings. Eine mögliche Lösung ist die Teilung der Eigentümerrechte am Design zwischen den Entwicklern und dem Unternehmen, das den Wettbewerb ausrichtet. Trotz dieser Probleme lohnt sich das Nachdenken über Crowdsourcing. Abgesehen davon sollten PCB-Designer und Projektleiter aber das Pro und Kontra der Beschränkungen betrachten, die sie Ihren Mitwirkenden auferlegen.

 

Dunkler LKW auf einer Straße

Ist es richtig, etwas so Großes via Crowdsourcing zu entwickeln?

 

Sie sind am Zug: Wie man ein PCB-Design crowdsourcen kann

 

Wie funktioniert Crowdsourcing also in der Praxis? Sehen wir es uns am Beispiel eines PCB-Design-Projekts an. Die meisten erfolgreichen Crowdsourcing-Websites arbeiten im „freiberuflichen“ Stil von sozialen Medien. Diese Webseiten bieten eine Plattform, auf der Sie die Parameter und Ziele des Design-Projekts eingeben können. Sobald Sie diese Informationen eingegeben haben, wird der Design-Wettbewerb mit einer kompletten Übersicht über die Spezifikationen und Leistungsvorgaben online gestellt. Der beste Designer erhält für seine Mühe einen Preis, meist eine Geldsumme, oder auch ein Jobangebot, ein Stipendium oder ein Abonnement für eine Design-Software. Die meisten Freiberufler-Seiten vereinfachen dies zu einem Drei-Schritte-Prozess:

 

  1. Posten Sie, was Sie brauchen - Das kann ein Platinen-Design, eine Wärmemanagement-Lösung, ein spezielles Leiterbahn-Layout oder sogar ein komplettes Design mit Produktionsvorgaben sein. Legen Sie die Leistungsziele und Designbeschränkungen fest (zum Beispiel dass nur FR-4-Substrat benutzt werden darf). Sie können den Post auch auf Designer mit einem bestimmten Hintergrund, Erfahrungsgrad oder Zertifizierungsstatus beschränken. Sogar das abzuliefernde Format können Sie festlegen (Präsentation, GCS-Datei, ausführlicher Bericht).
  2. Prüfung der eingegangenen Vorschläge - Das ist der schwierige Teil. Sehen Sie sich alle Bewerbungen an und prüfen Sie sie auf Qualität und Verständnis. Bei PCB-Design-Wettbewerben sollten Sie immer die eingereichten Leistungsdaten und Designmodelle überprüfen.
  3. Wählen Sie Ihren Gewinner- Küren Sie den Siegerbeitrag und versenden Sie den Preis.

 

Das Tolle an diesem Vorgehen ist, dass es nur wenige Barrieren für die Teilnahme gibt – sowohl bei den Ausrichtern als auch bei den Teilnehmern. Unternehmen, Start-Ups und sogar Garagenprojekte können von diesem System profitieren. Teilnehmen können sowohl frische Studienabsolventen als auch bereits etablierte Designer mit mehrjähriger Erfahrung. Was früher ein interner, aufwändiger und teurer Prozess war, wird als Community-orientierte und wettbewerbsfähige Plattform neu aufgelegt.

 

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